RK ROYAL KLUDGE R98 Gasket Mechanische Gaming-Tastatur im Test
Gasket-Aufbau, Hot-Swap, Dreifach-Funk und ein 96-Prozent-Layout mit Nummernblock für 80 Euro — die R98 bietet eine Ausstattung, für die andere Hersteller das Doppelte verlangen. Die Software ist der Preis dafür.
- Switches
- Mechanisch
- Formfaktor
- 96 %
- Verbindung
- Tri-Mode
- Preisklasse
- 50–100 €
Stärken
- Gasket-Montage in dieser Preisklasse praktisch einzigartig
- Hot-Swap für 3- und 5-Pin-Switches ohne Löten
- 96-Prozent-Layout: Nummernblock auf fast TKL-Grundfläche
Schwächen
- Konfigurationssoftware ist funktional, aber unübersichtlich und selten aktualisiert
- 1.000 Hz Abfragerate, im Funkbetrieb gelegentlich unregelmäßiger als per Kabel
Verarbeitung und Design
Die R98 macht etwas, das man in dieser Preisklasse selten sieht: sie investiert in den Aufbau statt in die Ausstattungsliste. Die Montageplatte sitzt in Silikondichtungen, nicht verschraubt im Gehäuse. Dieser Gasket-Aufbau ist der Grund, warum sich der Anschlag weicher anfühlt und ruhiger klingt als bei fast allem anderen unter 100 Euro.
Das Gehäuse ist Kunststoff, keine Frage — aber mit 1.200 Gramm gut gefüllt und ohne Flex. Die Tastenkappen sind PBT, nicht ABS. Zusammen mit dem Gasket-Aufbau ergibt das ein Tippgefühl, das der doppelt so teuren ROG Azoth näher kommt, als der Preisunterschied vermuten lässt.
Das 96-Prozent-Layout ist die eigentliche Idee der Tastatur: alle Tasten einer Full-Size inklusive Nummernblock, aber ohne die Lücken zwischen den Blöcken. Die Grundfläche liegt damit näher an einer TKL. Der Preis dafür: Entf, Pos1, Ende und die Bild-Tasten sitzen direkt neben den Pfeiltasten. Die erste Woche kostet Fehlgriffe.
Switches und Tippgefühl
Die RK Creamy sind linear mit 2,0 mm Auslöseweg, also klassisch ausgelegt. Sie sind nicht vorgeschmiert, laufen aber gleichmäßig, und in Kombination mit dem Gasket-Aufbau und den PBT-Kappen entsteht ein Klangbild, das man als “gedämpft” beschreiben kann statt als “klapprig” — der Unterschied, den man bei günstigen Mechaniken sonst vermisst.
Entscheidend ist der Hot-Swap-Sockel. Switches lassen sich ohne Löten tauschen, 3-Pin und 5-Pin. Für eine 80-Euro-Tastatur bedeutet das: wer feststellt, dass er taktile Switches bevorzugt, kauft für 20 Euro einen Satz statt für 80 Euro eine neue Tastatur. Als Einstieg in Custom-Tastaturen ist die R98 damit das günstigste sinnvolle Angebot in diesem Vergleich.
Gaming-Performance
Hier liegt die Grenze. Die Abfragerate beträgt 1.000 Hz, was für den Alltag reicht. Im Funkbetrieb ist die Regelmäßigkeit aber weniger konstant als bei den Lightspeed- oder ROG-Verbindungen — nicht dramatisch, aber vorhanden. Für kompetitive Shooter ist der Kabelbetrieb die Empfehlung, und dann steht die R98 einer HyperX Alloy Origins Core in nichts nach, außer beim Gehäusematerial.
Was fehlt, ist alles, was auf magnetischen Switches aufbaut: einstellbarer Auslösepunkt, Rapid Trigger. Wer das braucht, ist in dieser Preisklasse nicht bedient.
Für MMO- und Aufbauspiele ist der Nummernblock auf kleiner Grundfläche der eigentliche Gewinn — Zahlenreihen und Kamerasteuerung liegen zusammen, ohne dass die Maus nach rechts ausweichen muss.
Software
Der schwächste Punkt. Der RK Driver funktioniert, ist aber unübersichtlich, unregelmäßig gepflegt und in der Bedienung erkennbar aus einer anderen Sprache übersetzt. Wer nur Beleuchtung und ein paar Tastenbelegungen einstellen will, kommt zurecht; wer mehrschichtige Makros aufbauen möchte, wird sich ärgern.
Die Grundfunktionen liegen zum Glück auf Tastenkombinationen: Beleuchtung, Verbindungsmodus und Lautstärke funktionieren ohne installierte Software.
Für wen sich die Tastatur eignet
Die R98 ist die Empfehlung für alle, die möglichst viel Tastatur für ihr Geld wollen und bereit sind, die Software zu ignorieren. Gasket-Aufbau, Hot-Swap, PBT und drei Verbindungsarten für 80 Euro sind in diesem Vergleich ohne Konkurrenz — deshalb der Preis-Leistungs-Award.
Nicht die richtige Wahl ist sie für kompetitive Spieler auf hohem Niveau und für alle, die Wert auf einen greifbaren Hersteller-Service legen. Bei RK läuft die Garantie über den Händler, und die Marke hat kein Servicenetz wie Logitech oder Corsair.
Fazit
Das beste Verhältnis aus Substanz und Preis im ganzen Vergleich. Man bekommt einen Aufbau, für den andere Hersteller das Doppelte verlangen, und zahlt mit einer schlechten Software und ohne Markenservice. Wer damit leben kann, macht hier den besten Kauf.
Testergebnis im Detail
Gesamtwertung 8,3 von 10 — Sehr gut. So setzt sich das Ergebnis zusammen:
- Gaming-Performance25 %8,0
Eignung im Spiel: Auslösecharakteristik, N-Key-Rollover, Anti-Ghosting, Rapid Trigger sowie die Frage, wie gut sich schnelle Richtungswechsel und Doppelanschläge kontrollieren lassen.
- Switches & Tippgefühl15 %8,6
Schaltertyp und -qualität, Gleichmäßigkeit über das Board, Stabilisatoren, Anschlaggefühl und Laufruhe der größeren Tasten.
- Verarbeitung15 %8,4
Gehäusematerial, Verwindungssteifigkeit, Tastenkappenmaterial (PBT gegenüber ABS), Spaltmaße, Kabel- und Standfußqualität.
- Latenz & Reaktionszeit15 %7,8
Polling Rate, Verbindungsart und — sofern eigene Messwerte vorliegen — die gemessene Eingabelatenz. Ohne Messung wird ausschließlich die technische Auslegung bewertet.
- Ausstattung10 %9,0
Hot-Swap, Medientasten, Drehregler, Displays, USB-Passthrough, Handballenauflage, Beleuchtung und Speicherprofile.
- Software5 %6,8
Funktionsumfang, Bedienbarkeit, Ressourcenbedarf, Onboard-Speicher und ob die Tastatur ohne installierte Software vollständig nutzbar bleibt.
- Ergonomie5 %8,2
Bauhöhe, Neigungsoptionen, Handballenauflage, Layout-Logik und Tastenerreichbarkeit bei längeren Sitzungen.
- Preis-Leistung10 %9,4
Gegenwert im Verhältnis zum Marktpreis und zu direkten Alternativen in derselben Preisklasse.
Gewichtetes Modell aus acht Kriterien —Testverfahren ansehen.
Messwerte
Für dieses Modell liegen der Redaktion keine eigenen Messungen vor. Die Bewertung stützt sich auf Herstellerangaben und Marktlage — siehe Teststatus oben. Wie wir messen, steht im Testverfahren.
Technische Daten
Alle Werte in dieser Tabelle stammen aus Datenblatt und Produktangaben des Herstellers. Es sind keine eigenen Messungen.
Switches & Auslösung
- Switch-Technologie
- Mechanisch
- Switch-Modell
- RK Creamy (linear, tauschbar)
- Charakteristik
- Linear
- Auslösepunkt
- 2,0 mm
- Rapid Trigger
- Nein
- Hot-Swap
- Ja
Bauform & Material
- Formfaktor
- 96 %
- Tastenanzahl
- 97–100 Tasten, kompaktes Full-Size
- Layout
- QWERTZ (DE)
- Gehäuse
- Kunststoff mit Gasket-Montage
- Tastenkappen
- PBT
Verbindung & Leistung
- Verbindung
- Tri-Mode (Kabel, 2,4 GHz, Bluetooth)
- Polling Rate
- 1.000 Hz
- Kabel
- USB-C, abnehmbar
Ausstattung
- N-Key-Rollover
- Ja
- Beleuchtung
- RGB pro Taste
- Makrotasten
- Keine dedizierten
- Medientasten
- Ja
- Handballenauflage
- Nein
- Software
- RK Driver
Maße & Gewicht
- Gewicht
- 1.200 gohne Kabel
Sonstiges
- Plattformen
- Windows, macOS, Android
- Garantie
- 12 Monate
Weitere Ansichten
Herstellerbilder. Eigene Aufnahmen liegen für dieses Modell nicht vor — was daran liegt, dass es der Redaktion nicht vorgelegen hat.

Herstellerbild© RK ROYAL KLUDGE 
Herstellerbild© RK ROYAL KLUDGE 
Herstellerbild© RK ROYAL KLUDGE
Vorteile & Nachteile
Vorteile
- Gasket-Montage in dieser Preisklasse praktisch einzigartig
- Hot-Swap für 3- und 5-Pin-Switches ohne Löten
- 96-Prozent-Layout: Nummernblock auf fast TKL-Grundfläche
- Drei Verbindungsarten inklusive Bluetooth für Notebook und Tablet
- Tastenkappen aus PBT statt ABS
- Lautstärkerad und Statusanzeige für den Akku
Nachteile
- Konfigurationssoftware ist funktional, aber unübersichtlich und selten aktualisiert
- 1.000 Hz Abfragerate, im Funkbetrieb gelegentlich unregelmäßiger als per Kabel
- 96-Prozent-Layout rückt Entf, Pos1 und Ende dicht zusammen
- Kein Markenservice — Garantieabwicklung läuft über den Händler
Unser Fazit
Gasket-Aufbau, Hot-Swap, Dreifach-Funk und ein 96-Prozent-Layout mit Nummernblock für 80 Euro — die R98 bietet eine Ausstattung, für die andere Hersteller das Doppelte verlangen. Die Software ist der Preis dafür.
Beste Wahl für
- Wer viel Ausstattung fürs Geld will
- Nummernblock auf kleiner Grundfläche
- Einstieg in Custom-Tastaturen mit Switch-Tausch
Nicht ideal für
- Kompetitive Shooter auf höchstem Niveau
- Wer auf ausgereifte Konfigurationssoftware angewiesen ist
- Wer ein Markengehäuse mit Servicezusage erwartet
Alternativen
Wenn du denselben Aufbau mit ausgereifter Software und Markenservice willst
8,8Redaktionelle Gesamtwertung 8,8 von 10 — Sehr gutDie Azoth ist die einzige Tastatur im Vergleich, die Gasket-Aufbau, tauschbare Switches und Dreifach-Funk in einem Gerät zusammenbringt. Dafür verzichtet sie auf eine Handballenauflage und bleibt bei 1.000 Hz.
Wenn dir Spielbarkeit wichtiger ist als Ausstattung und Tippgefühl
8,6Redaktionelle Gesamtwertung 8,6 von 10 — Sehr gutEin Vollaluminium-Gehäuse, lineare Switches und sonst nichts: die Alloy Origins Core lässt alles weg, was beim Spielen nicht hilft, und ist deshalb für unter 70 Euro schwer zu schlagen.
Wenn du Hot-Swap und Funk willst, aber kompakter als 96 Prozent
8,0Redaktionelle Gesamtwertung 8,0 von 10 — Sehr gutHot-Swap und Dreifach-Funk im TKL-Format für 70 Euro. Die Ausstattung ist für den Preis auffällig gut, Gehäuse und Software bleiben dahinter zurück.
Häufige Fragen
Warum ist die R98 unsere Preis-Leistungs-Empfehlung?
Weil sie mit Gasket-Montage, Hot-Swap, PBT-Kappen und drei Verbindungsarten eine Ausstattung liefert, die in diesem Vergleich sonst erst ab 150 Euro beginnt. Man zahlt den niedrigen Preis mit der Software und ohne Markenservice — an der Hardware selbst wurde nicht gespart.
Was bedeutet 96 Prozent beim Layout?
Alle Tasten einer Full-Size-Tastatur inklusive Nummernblock, aber ohne die Lücken zwischen den Blöcken. Die Grundfläche liegt dadurch näher an einer TKL. Der Nachteil: Entf, Pos1, Ende und die Bild-Tasten sitzen direkt an den Pfeiltasten, was am Anfang zu Fehlgriffen führt.
Taugt die R98 für kompetitive Shooter?
Für den Alltag ja, für den Wettkampf nur mit Kabel. Die 1.000 Hz sind ausreichend, im Funkbetrieb ist die Regelmäßigkeit aber weniger konstant als bei den Lightspeed- oder ROG-Verbindungen. Wer ernsthaft kompetitiv spielt, sollte die Tastatur per USB-C betreiben.
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- Kabellos oder Kabel: was Funk beim Spielen wirklich kostetGute 2,4-GHz-Funkverbindungen sind beim Spielen nicht mehr vom Kabel zu unterscheiden. Bluetooth ist es sehr wohl.
Änderungsverlauf
Hinweis zur Software-Situation und zum Layout des 96-Prozent-Formats ergänzt.
Erstveröffentlichung der redaktionellen Bewertung.