Ratgeber

Switches erklärt: linear, taktil und clicky im Vergleich

Der Switch entscheidet mehr über das Tippgefühl als jedes andere Bauteil. Drei Grundtypen, ihre Unterschiede und wofür sie taugen.

Der Switch ist das Bauteil, das man bei jedem einzelnen Anschlag spürt. Gehäusematerial, Beleuchtung und Software fallen im Alltag kaum auf; der Switch fällt immer auf. Deshalb ist er die erste Entscheidung beim Kauf und nicht die letzte.

Die drei Grundtypen

Linear bedeutet: der Widerstand steigt gleichmäßig, von der Ruhestellung bis zum Anschlag. Es gibt keinen Punkt, an dem etwas nachgibt oder klickt. Man merkt beim Drücken nicht, wann die Eingabe registriert wurde — man merkt nur, dass die Taste unten ist.

Das ist der Grund, warum lineare Switches in Shootern verbreitet sind. Wer eine Taste schnell wiederholt antippt, will keine mechanische Schwelle überwinden. Beim Schreiben ist derselbe Umstand ein Nachteil: ohne Rückmeldung tippt man leicht durch.

Taktil heißt, dass an der Auslösestelle ein spürbarer Widerstand sitzt, der nachgibt. Man fühlt, dass die Eingabe angekommen ist, ohne die Taste bis zum Anschlag zu drücken. Für Leute, die viel schreiben und daneben spielen, ist das in der Regel die beste Wahl — und der Grund, warum die Logitech MX Mechanical taktile Switches verwendet.

Clicky ist taktil plus einem zusätzlichen Klickelement, das das Geräusch erzeugt. Der Klick ist gewollt, nicht ein Nebeneffekt. Er macht die Rückmeldung eindeutig und die Tastatur laut — die Logitech G Pro TKL mit GX Blue ist die lauteste Tastatur in unserem Vergleich. Im Sprachchat mit offenem Mikrofon hören das alle mit.

Der Auslöseweg ist die zweite Zahl

Neben dem Typ entscheidet der Auslöseweg. Er gibt an, wie weit die Taste gedrückt werden muss, bis die Eingabe zählt.

  • 2,0 mm ist der klassische Wert. Verzeiht Auflegen und ungenaue Anschläge.
  • 1,4 bis 1,8 mm ist kurz ausgelegt und in Gaming-Tastaturen verbreitet.
  • 1,2 mm und darunter reagiert sehr früh; hier lohnt es sich, die Finger bewusst zu heben.

Der kürzere Weg ist nicht automatisch besser. Er reagiert früher, aber er quittiert auch jede Berührung, die man nicht gemeint hat. Wer von 2,0 mm auf 1,2 mm wechselt, vertippt sich in der ersten Woche messbar häufiger.

Betätigungskraft

Angegeben in Gramm, meist zwischen 45 und 60 g. Leichtere Switches ermüden bei langen Sitzungen weniger, schwerere verzeihen mehr. Der Unterschied ist deutlich kleiner als der zwischen den Typen — wer unsicher ist, sollte sich zuerst um Typ und Weg kümmern.

Was das für den Kauf bedeutet

Wenn du überwiegend Shooter spielst: linear, Auslöseweg zwischen 1,2 und 1,8 mm.

Wenn du spielst und viel schreibst: taktil. Der Druckpunkt hilft beim Tippen und kostet beim Spielen praktisch nichts.

Wenn du in einem geteilten Raum sitzt: taktil oder gedämpft linear, keinesfalls clicky.

Wenn du dir nicht sicher bist: kaufe eine Tastatur mit Hot-Swap-Sockel. Dann ist die Entscheidung nachträglich korrigierbar, für rund 20 Euro statt für den Preis einer neuen Tastatur. Mehr dazu im Ratgeber zu Gasket-Aufbau und Hot-Swap.

Häufige Fragen

Welcher Switch ist zum Spielen am besten?

Für schnelle Shooter meist linear, weil der Anschlag nicht durch einen Druckpunkt unterbrochen wird und Wiederholungen dadurch leichter zu dosieren sind. Für gemischte Nutzung aus Spielen und Schreiben sind taktile Switches oft die bessere Wahl, weil sie Rückmeldung geben, ohne laut zu sein. Einen objektiv schnelleren Switch-Typ gibt es nicht.

Sind clicky Switches schneller?

Nein. Der Klick ist ein akustisches Ereignis, das nichts an der Auslösegeschwindigkeit ändert. Er gibt eine deutlichere Rückmeldung, was manche Spieler bevorzugen — aber er kostet Lautstärke und bringt keine Millisekunde.

Was bedeutet der Auslöseweg in Millimetern?

Die Strecke, die eine Taste zurücklegt, bis die Eingabe registriert wird. 2,0 mm ist der klassische Wert, 1,2 bis 1,4 mm gilt als kurz. Ein kürzerer Weg reagiert früher, führt aber auch häufiger zu unbeabsichtigten Eingaben — bei magnetischen Switches lässt sich dieser Wert einstellen.

Tastaturen, an denen sich das zeigt

Modelle aus unseren Tests, bei denen dieses Thema den Unterschied macht.

HyperX Alloy Origins Core TKL Mechanische Gaming-Tastatur in der Draufsicht, TKL-Layout ohne Nummernblock, deutsche QWERTZ-Belegung, beleuchtete Tasten
Esport-Empfehlung
8,6Sehr gutRedaktionelle Gesamtwertung 8,6 von 10 — Sehr gut

Ein Vollaluminium-Gehäuse, lineare Switches und sonst nichts: die Alloy Origins Core lässt alles weg, was beim Spielen nicht hilft, und ist deshalb für unter 70 Euro schwer zu schlagen.

  • Mechanisch
  • TKL
  • Kabel
  • 50–100 €
Geeignet fürKompetitive Shooter mit knappem Budget
BewertetBewertung auf Basis dokumentierter Herstellerangaben, technischer Datenblätter und der Marktlage — ohne eigenen Hands-on-Test. Es werden keine eigenen Messwerte ausgewiesen.
Logitech G Pro Mechanische TKL Gaming-Tastatur in der Draufsicht, TKL-Layout ohne Nummernblock, deutsche QWERTZ-Belegung, beleuchtete Tasten
8,2Sehr gutRedaktionelle Gesamtwertung 8,2 von 10 — Sehr gut

Der TKL-Klassiker fürs Turnier: robust, abnehmbares Kabel, Profile im Gerät. Die klickenden GX-Blue-Switches sind allerdings die lauteste Option im ganzen Vergleich.

  • Mechanisch
  • TKL
  • Kabel
  • 50–100 €
Geeignet fürTurnier- und LAN-Einsatz
BewertetBewertung auf Basis dokumentierter Herstellerangaben, technischer Datenblätter und der Marktlage — ohne eigenen Hands-on-Test. Es werden keine eigenen Messwerte ausgewiesen.
Logitech MX Mechanical Full Size Kabellose Tastatur in der Draufsicht, Full-Size-Layout, deutsche QWERTZ-Belegung
8,0Sehr gutRedaktionelle Gesamtwertung 8,0 von 10 — Sehr gut

Eine Arbeitstastatur mit mechanischen Switches, die zum Spielen taugt — nicht umgekehrt. Für gemischte Nutzung am Schreibtisch die angenehmste Tastatur im Vergleich, für kompetitives Spielen die falsche.

  • Mechanisch
  • 100%
  • BT
  • 100–180 €
Geeignet fürArbeiten mit gelegentlichem Spielen
BewertetBewertung auf Basis dokumentierter Herstellerangaben, technischer Datenblätter und der Marktlage — ohne eigenen Hands-on-Test. Es werden keine eigenen Messwerte ausgewiesen.
Razer BlackWidow V4 Mechanische Gaming-Tastatur in der Draufsicht, Full-Size-Layout, deutsche QWERTZ-Belegung, beleuchtete Tasten, mit Handballenauflage
Redaktionsempfehlung
8,7Sehr gutRedaktionelle Gesamtwertung 8,7 von 10 — Sehr gut

Die vollständigste Full-Size-Tastatur im Vergleich: leise lineare Switches, sechs Makrotasten, Kommandorad und magnetische Handballenauflage. Synapse als Dauerprozess ist der Haken.

  • Mechanisch
  • 100%
  • Kabel
  • 100–180 €
Geeignet fürWer Makrotasten wirklich nutzt
BewertetBewertung auf Basis dokumentierter Herstellerangaben, technischer Datenblätter und der Marktlage — ohne eigenen Hands-on-Test. Es werden keine eigenen Messwerte ausgewiesen.

Weiterlesen