HyperX Alloy Origins Core TKL Mechanische Gaming-Tastatur im Test
Ein Vollaluminium-Gehäuse, lineare Switches und sonst nichts: die Alloy Origins Core lässt alles weg, was beim Spielen nicht hilft, und ist deshalb für unter 70 Euro schwer zu schlagen.
- Switches
- Mechanisch
- Formfaktor
- TKL
- Verbindung
- Kabel
- Preisklasse
- 50–100 €
Stärken
- Gehäuse vollständig aus Aluminium — im Vergleich das stabilste unter 100 Euro
- Lineare HyperX Red mit 1,8 mm Auslöseweg und 45 g Betätigungskraft
- Abnehmbares USB-C-Kabel, gut für Transport und Kabelbruch
Schwächen
- Tastenkappen aus ABS, die nach Monaten glänzen
- Keine Handballenauflage und keine dedizierten Medientasten
Verarbeitung und Design
Der Punkt, an dem sich diese Tastatur von allem anderen unter 100 Euro unterscheidet, ist das Gehäuse: es ist vollständig aus Aluminium, nicht nur mit einer Deckplatte versehen. Bei 900 Gramm auf TKL-Format bedeutet das ein Gerät, das sich nicht verwinden lässt und beim Spielen nicht wandert. In dieser Preisklasse ist das ungewöhnlich — die üblichen Konkurrenten setzen auf Kunststoffwannen mit aufgesetztem Blech.
Die Neigung lässt sich in drei Stufen einstellen statt der üblichen zwei. Klingt nach einer Kleinigkeit, ist aber der Unterschied zwischen “passt fast” und “passt” bei längeren Sitzungen.
Der Kompromiss steckt in den Tastenkappen: ABS, doppelt gespritzt. Die Beschriftung hält, die Oberfläche nicht — nach einigen Monaten intensiver Nutzung glänzen WASD und Leertaste sichtbar. Da die Tastatur Standard-MX-Füße nutzt, ist ein Satz PBT-Kappen die naheliegende Nachrüstung.
Switches und Tippgefühl
Die HyperX Red sind linear, mit 1,8 mm Auslöseweg und 45 Gramm Betätigungskraft. Damit sind sie etwas kürzer ausgelegt als der Klassiker mit 2,0 mm, was im Spiel leicht schnellere Anschläge erlaubt, beim Tippen aber auch zu mehr Vertippern führt, wenn man von taktilen Switches kommt.
Der Anschlag ist über das ganze Board gleichmäßig, und das ist der Grund für die gute Bewertung in dieser Kategorie: bei günstigen Mechaniken ist die Streuung zwischen einzelnen Tasten oft das eigentliche Problem, nicht der Switch-Typ. Die Stabilisatoren der großen Tasten sind unbehandelt und klingen entsprechend — hohl, mit leichtem Rasseln bei der Leertaste. Leise ist die Tastatur nicht.
Hot-Swap gibt es nicht. Die Switches sind verlötet, ein Defekt ist ein Servicefall.
Gaming-Performance
Für kompetitives Spielen ist das Paket schlüssig. 1.000 Hz Abfragerate, N-Key-Rollover, lineare Switches mit kurzem Weg, ein Gehäuse, das sich nicht bewegt, und ein abnehmbares Kabel für den Transport. Das TKL-Format schafft Platz für die Mausbewegung, was bei niedriger DPI der praktisch wichtigste Vorteil kompakter Tastaturen ist.
Was fehlt: ein einstellbarer Auslösepunkt und alles, was darauf aufbaut. Wer Rapid Trigger sucht, muss magnetische Switches kaufen und deutlich mehr ausgeben — die Corsair K70 MAX ist dafür der Bezugspunkt in diesem Vergleich.
Für Turniere und LAN-Rechner ist der Onboard-Speicher der unterschätzte Vorteil: Profile liegen in der Tastatur, nicht in einer Installation. Man richtet einmal ein und braucht die Software danach nicht mehr.
Software
NGENUITY tut, was es soll, und wird nicht gebraucht. Beleuchtung und Tastenbelegung lassen sich einstellen, anschließend liegen die Profile im Gerät. Die Software ist weniger umfangreich als iCUE oder Armoury Crate und weniger aufdringlich — für diese Tastatur ist das die richtige Reihenfolge der Prioritäten.
Für wen sich die Tastatur eignet
Die Alloy Origins Core ist die Empfehlung für alle, die eine haltbare Tastatur zum Spielen wollen und keine Ausstattungsliste brauchen. Sie hat keine Makrotasten, keine Medientasten und keine Handballenauflage — und ist genau deshalb für unter 70 Euro so gut, weil das Budget ins Gehäuse und in die Switches geflossen ist.
Wer Makros, ein Lautstärkerad oder eine Handballenauflage braucht, sollte woanders suchen. Wer einen spürbaren Druckpunkt bevorzugt, findet ihn bei der Logitech G Pro — allerdings als lauten Clicky-Switch.
Fazit
Die vernünftigste Tastatur in diesem Vergleich. Vollaluminium und gleichmäßige lineare Switches für unter 70 Euro sind ein Angebot, das die meisten teureren Modelle nicht schlagen — sie bieten nur mehr Funktionen. Die ABS-Kappen sind der einzige Punkt, an dem man den Preis sieht.
Testergebnis im Detail
Gesamtwertung 8,6 von 10 — Sehr gut. So setzt sich das Ergebnis zusammen:
- Gaming-Performance25 %8,8
Eignung im Spiel: Auslösecharakteristik, N-Key-Rollover, Anti-Ghosting, Rapid Trigger sowie die Frage, wie gut sich schnelle Richtungswechsel und Doppelanschläge kontrollieren lassen.
- Switches & Tippgefühl15 %8,6
Schaltertyp und -qualität, Gleichmäßigkeit über das Board, Stabilisatoren, Anschlaggefühl und Laufruhe der größeren Tasten.
- Verarbeitung15 %9,0
Gehäusematerial, Verwindungssteifigkeit, Tastenkappenmaterial (PBT gegenüber ABS), Spaltmaße, Kabel- und Standfußqualität.
- Latenz & Reaktionszeit15 %8,6
Polling Rate, Verbindungsart und — sofern eigene Messwerte vorliegen — die gemessene Eingabelatenz. Ohne Messung wird ausschließlich die technische Auslegung bewertet.
- Ausstattung10 %7,2
Hot-Swap, Medientasten, Drehregler, Displays, USB-Passthrough, Handballenauflage, Beleuchtung und Speicherprofile.
- Software5 %7,6
Funktionsumfang, Bedienbarkeit, Ressourcenbedarf, Onboard-Speicher und ob die Tastatur ohne installierte Software vollständig nutzbar bleibt.
- Ergonomie5 %8,2
Bauhöhe, Neigungsoptionen, Handballenauflage, Layout-Logik und Tastenerreichbarkeit bei längeren Sitzungen.
- Preis-Leistung10 %9,2
Gegenwert im Verhältnis zum Marktpreis und zu direkten Alternativen in derselben Preisklasse.
Gewichtetes Modell aus acht Kriterien —Testverfahren ansehen.
Messwerte
Für dieses Modell liegen der Redaktion keine eigenen Messungen vor. Die Bewertung stützt sich auf Herstellerangaben und Marktlage — siehe Teststatus oben. Wie wir messen, steht im Testverfahren.
Technische Daten
Alle Werte in dieser Tabelle stammen aus Datenblatt und Produktangaben des Herstellers. Es sind keine eigenen Messungen.
Switches & Auslösung
- Switch-Technologie
- Mechanisch
- Switch-Modell
- HyperX Red (linear)
- Charakteristik
- Linear
- Auslösepunkt
- 1,8 mm
- Rapid Trigger
- Nein
- Hot-Swap
- Nein
Bauform & Material
- Formfaktor
- TKL
- Tastenanzahl
- 87–88 Tasten, ohne Nummernblock
- Layout
- QWERTZ (DE)
- Gehäuse
- Aluminium
- Tastenkappen
- ABS, doppelt gespritzt
Verbindung & Leistung
- Verbindung
- Kabelgebunden
- Polling Rate
- 1.000 Hz
- Kabel
- USB-C, abnehmbar, geflochten
Ausstattung
- N-Key-Rollover
- Ja
- Beleuchtung
- RGB pro Taste
- Makrotasten
- Keine dedizierten
- Medientasten
- Nein
- Handballenauflage
- Nein
- Software
- HyperX NGENUITY
Maße & Gewicht
- Gewicht
- 900 gohne Kabel
Sonstiges
- Plattformen
- Windows, macOS, PlayStation, Xbox
- Garantie
- 24 Monate
Weitere Ansichten
Herstellerbilder. Eigene Aufnahmen liegen für dieses Modell nicht vor — was daran liegt, dass es der Redaktion nicht vorgelegen hat.

Herstellerbild© HyperX 
Herstellerbild© HyperX 
Herstellerbild© HyperX
Vorteile & Nachteile
Vorteile
- Gehäuse vollständig aus Aluminium — im Vergleich das stabilste unter 100 Euro
- Lineare HyperX Red mit 1,8 mm Auslöseweg und 45 g Betätigungskraft
- Abnehmbares USB-C-Kabel, gut für Transport und Kabelbruch
- Drei Neigungsstufen statt der üblichen zwei
- Profile im Onboard-Speicher — läuft ohne installierte Software
Nachteile
- Tastenkappen aus ABS, die nach Monaten glänzen
- Keine Handballenauflage und keine dedizierten Medientasten
- Switches sind verlötet
Unser Fazit
Ein Vollaluminium-Gehäuse, lineare Switches und sonst nichts: die Alloy Origins Core lässt alles weg, was beim Spielen nicht hilft, und ist deshalb für unter 70 Euro schwer zu schlagen.
Beste Wahl für
- Kompetitive Shooter mit knappem Budget
- Wer eine langlebige TKL ohne Software-Zwang sucht
- LAN- und Turniereinsatz
Nicht ideal für
- Wer Makrotasten oder eine Handballenauflage braucht
- Wer Switches selbst tauschen will
- Leise Umgebungen
Alternativen
Wenn du einen spürbaren Druckpunkt statt linearer Switches möchtest
8,2Redaktionelle Gesamtwertung 8,2 von 10 — Sehr gutDer TKL-Klassiker fürs Turnier: robust, abnehmbares Kabel, Profile im Gerät. Die klickenden GX-Blue-Switches sind allerdings die lauteste Option im ganzen Vergleich.
Wenn du den Auslösepunkt einstellen willst und das Budget dafür hast
9,0Redaktionelle Gesamtwertung 9,0 von 10 — ÜberragendDie K70 MAX ist die technisch flexibelste Tastatur in diesem Vergleich: der Auslösepunkt lässt sich pro Taste zwischen 0,4 und 3,6 mm einstellen, die Abfragerate liegt bei 8.000 Hz. Der Preis und die schwergewichtige iCUE-Software sind der Gegenwert dafür.
Wenn du dasselbe Format kabellos und flacher willst
8,5Redaktionelle Gesamtwertung 8,5 von 10 — Sehr gutFlach, kabellos und mit 22 mm Bauhöhe die platzsparendste Tastatur im Vergleich. Die Lightspeed-Verbindung ist die zuverlässigste hier — dafür sind die Low-Profile-Switches Geschmackssache und nicht tauschbar.
Häufige Fragen
Warum ist die Alloy Origins Core unsere Esport-Empfehlung?
Weil sie genau die Dinge gut macht, die im Wettkampf zählen — stabiles Gehäuse, gleichmäßige lineare Switches, abnehmbares Kabel, Profile ohne Software — und alles weglässt, was nur die Rechnung erhöht. Für unter 70 Euro gibt es in diesem Vergleich kein besseres Verhältnis aus Verarbeitung und Spielbarkeit.
Halten die ABS-Tastenkappen lange?
Mechanisch ja, optisch nicht. ABS nimmt nach einigen Monaten intensiver Nutzung einen sichtbaren Glanz an, besonders auf WASD und der Leertaste. Die Tastatur nutzt Standard-MX-Füße, Ersatzkappen aus PBT passen also.
Lässt sich die Tastatur ohne NGENUITY nutzen?
Ja, vollständig. Beleuchtungs- und Tastenprofile liegen im Onboard-Speicher. Man installiert die Software einmal, richtet ein, deinstalliert wieder — für LAN-Rechner und Turniere ist das ein echter Vorteil.
Passende Ratgeber
- Switches erklärt: linear, taktil und clicky im VergleichDer Switch entscheidet mehr über das Tippgefühl als jedes andere Bauteil. Drei Grundtypen, ihre Unterschiede und wofür sie taugen.
- Formfaktoren: welche Tastaturgröße zu dir passtDie Größe der Tastatur ist die Entscheidung, die man am häufigsten bereut. Was bei jedem Format wegfällt.
- Polling Rate: was 1.000 Hz reicht und was 8.000 Hz bringen8.000 Hz klingt achtmal besser als 1.000 Hz. Der tatsächliche Unterschied liegt unter einer Millisekunde.
Änderungsverlauf
Abschnitt zu Tastenkappen und Langzeitverhalten ergänzt.
Erstveröffentlichung der redaktionellen Bewertung.